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TERMINE

Do, 25. August 2016, 20.00 Uhr
Konzert
Die Kunst der Fuge
FRETWORK Asako Morikawa, Richard Boothby, Reiko Ichise, Sam Stadlen (Viola da gamba)
Jesuitenkirche Innsbruck, Karl-Rahner-Platz 2, 6020 Innsbruck

Sa, 27. August 2016, 18.00 Uhr - So, 4. September 2016, 09.00 Uhr
Barfuß im Herzen Ignatianische Einzelexerzitien
Melanie Wolfers SDS, Clemens Blattert SJ
www.impulsleben.at
Haus Antonius, Grein an der Donau (Oberösterreich)

So, 4. September 2016, 18.20 - 22.15 Uhr
Der Goldene Abend
mit Maximilian Betz, Manuel Enst, Michael Galit, u.a.
www.diegoldenestunde.at
Jesuitenkirche Wien, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 1

So, 11. September 2016 - Fr, 23. September 2016
Unruhig zu Gott
Ein spiritueller Pilgerweg auf den Spuren des Franziskus
Melanie Wolfers SDS, Andreas Knapp (Kleiner Bruder), www.impulsleben.at

Di, 13. September 2016, 14.30 Uhr - Do, 15. September 2016, 13.00 Uhr
Koordinator/in in Ordensgemeinschaften
Workshop
P. Alois Riedlsperger SJ, Sr. Cordula Kreinecker, Anm. erforderlich
Kardinal König Haus, 1130 Wien

Mo, 19. September 2016 - Fr, 23. September 2016
Berufung im Alter
Lehrgang für Ordensleute, Einheit 3
P. Klaus Schweiggl SJ, Mag. Carina Spernbour-Näpflin, Anm. erforderlich
Kardinal König Haus, 1130 Wien

So, 2. Oktober 2016, 19.30 Uhr
KONZERT
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Chorvereinigung St. Augustin
Jesuitenkirche Wien, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 1

Di, 18. Oktober 2016, 14.00 Uhr - Do, 20. Oktober 2016, 12.30 Uhr
Solidarisch leben - solidarisch wirtschaften
Seminar
P. Alois Riedlsperger SJ, Markus Blümel, Anm. erforderlich
Kardinal König Haus, 1130 Wien

Sa, 12. November 2016, 19.30 Uhr
Konzert
Johann Sebastian Bach und Franz Schubert
Consortius Musicum Alte Universtität
Jesuitenkirche Wien, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 1

Fr, 25. November 2016, 18.00 Uhr - So, 27. November 2016, 18.00 Uhr
Tage der Stille
P. Josef Maureder SJ, Sr. Johanna Schulenburg CJ
Kardinal König Haus, 1130 Wien

GEBET & GOTTESDIENST
Zum täglichen Online-Gebet

4. September 2016

Gottesdienst:
Wien, Jesuitenkirche, 10:30 , W. A. Mozart - Krönungsmesse KV 317 Chorvereinigung St. Augustin

11. September 2016

Gottesdienst:
Wien, Jesuitenkirche, 10:30 , J. Haydn - Nikolaimesse Chorvereinigung St. Augustin

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GEBETSANLIEGEN DES PAPSTES

Gebetsmeinungen des Papstes für August

1. Sport ermögliche den Völkern freundliche Begegnungen und trage zum Frieden in der Welt... <mehr>
BEVORSTEHENDE GEDENKTAGE

Bernhard Kriegbaum SJ: Petrus Canisius - ein Lebensbild

(27. April)

Zwischen Luther und Ignatius

Am 15. April 1521 lehnte Luther auf dem Wormser Reichstag einen Widerruf seiner Lehren ab, was ihm die Reichsacht eintrug. Einen Monat später brachte ein Kanonenschuss, der Inigo de Loyola am Bein traf, jene Wendung in dessen Leben hervor, welche den Basken zum heiligen Ignatius und zum Ordensgründer machen sollte. Zwischen beiden Daten, am 8. Mai, kam im niederländischen Nimwegen Peter Kanis (lateinisch Canisius) zur Welt, und innerhalb des Gegensatzes, den sie symbolisieren, von Wittenberger Reformation und innerkirchlicher Erneuerung, sollte Canisius seinen geschichtlichen Ort finden.

Kölner Studienzeit

Von Hause aus katholisch erzogen, kommt er 14-jährig nach Köln, um das Gymnasium und dann die Universität zu besuchen. Durch seinen Kontakt mit der Kölner Kartause wird er von deren Frömmigkeit geprägt. Bei Peter Faber, dem ersten Jesuiten in deutschen Landen, macht er 1543 in Mainz Exerzitien und tritt kurz darauf in den eben erst gegründeten Jesuitenorden ein. Zwei Jahre später beschließt er seine theologischen Studien und erhält kurz darauf die Priesterweihe.

Erstes gegenreformatorisches Engagement

Um eine mit dem geplanten Übertritt des Erzbischofs Hermann von Wied zum Lutheranismus zu erwartende zwangsweise Einführung der Reformation im Kurfürstentum Köln zu verhindern, interveniert der damals 24-Jährige im Auftrag von Klerus und Universität bei Kaiser Karl V., welcher schließlich den Rücktritt des Erzbischofs erzwingt. Kurz danach reist Canisius als Theologe des Augsburger Bischofs zum Trienter Konzil, welches aber bald nach seiner Ankunft für längere Zeit eingestellt werden muss, da der Flecktyphus erst eine Verlegung und dann die vorläufige Suspension des Konzils verursachte.

Italienisch-bayerisches Zwischenspiel

Ein Italienaufenthalt ermöglichte Canisius einige Monate der Gemeinsamkeit mit Ignatius in Rom sowie den Erwerb des theologischen Doktorats in Bologna. Schon nach zwei Jahren wurde er wieder über die Alpen geschickt, wo man ihn dringender benötigte. Herzog Wilhelm IV. von Bayern war ein überzeugter Gegner der Reformation, ohne sich der Einsicht in die Notwendigkeit einer innerkirchlichen Reform zu verschließen. Auf seine Bitten hin sandte Ignatius zusammen mit zwei anderen Jesuiten Petrus Canisius 1549 an die Universität von Ingolstadt, deren Erneuerung dieser sofort in Angriff nahm.

Im Dienst der Wiener Diözese

Seine Leistung in Ingolstadt blieb nicht unbemerkt. Der Bruder des Kaisers und spätere Nachfolger Ferdinand I. bewirkte bei Ignatius, dass Canisius nach Wien gesandt wurde. Die Stadt war weitgehend lutherisch geworden und begegnete dem verbliebenen Klerus mit Verachtung und Ablehnung. Nicht nur durch seine Tätigkeit an der Universität, nicht nur durch sein erfolgreiches Auftreten als Prediger in verschiedenen Kirchen und bei Hofe sowie als Exerzitiengeber, sondern vor allem durch sein überzeugendes Leben bewirkte Canisius eine Umkehr der Wiener, die wieder die katholischen Kirchen der Stadt zu bevölkern begannen. In den Jahren 1555/56 wurde er nach dem Tod des Bischofs Administrator der Diözese, widersetzte sich aber - entsprechend seinem Ordensgelübde als Jesuit - erfolgreich dem allgemeinen Wunsch, er möge die Bischofswürde akzeptieren.

Reisender Apostel Deutschlands

Immer häufiger begegnen wir nun Petrus Canisius unterwegs. 1556 in Prag, 1556/57 - inzwischen erster Provinzial der oberdeutschen Jesuitenprovinz, zu der auch das heutige Österreich gehörte - auf dem Reichstag zu Regensburg und anschließend in Worms beim ergebnislos gebliebenen Religionsgespräch mit Melanchthon. 1558 ist er zunächst in Rom, dann begleitet er den päpstlichen Nuntius nach Polen, um bald darauf auf dem Reichstag in Augsburg zu erscheinen. Sieben Jahre lang wirkt er dort als Domprediger, ohne ständig in dieser Stadt zu bleiben. Der Dienst an der Kirche ruft ihn wieder nach Trient, wo das Konzil seinem Ende zusteuert. Seine Vertrautheit mit Ferdinand I. macht ihn zum geeigneten Vermittler, als Spannungen zwischen den Konzilspräsidenten und dem Kaiser aufkommen. Wenig später finden wir ihn zunächst in Mainfranken, dann im Rheinland und schließlich im äußersten Nordwesten Deutschlands, überall soll er bei Bischöfen und Fürsten für die Annahme der Tridentiner Beschlüsse werben (1565).



In Innsbruck und Fribourg

Auch wenn das Alter allmählich seinen Tribut verlangte, blieb Canisius tätig. Von 1569 bis 1576 treffen wir ihn vorwiegend in Innsbruck, wo er sich insbesondere literarisch betätigt. Drei dem unterschiedlichen Fassungsvermögen angepasste Ausgaben des Katechismus hatte er schon zuvor verfasst, von denen vor allem die Version für die Gymnasien etwa 200 Auflagen erleben sollte. Nun erscheinen ein Werk über Johannes den Täufer sowie eine Mariologie. Unzählige Predigtentwürfe und Briefe aus der Feder des Canisius besitzen wir noch heute. Meinungsverschiedenheiten über das alttestamentarische Zinsverbot mit seinem Nachfolger im Amt als Provinzial vertreiben ihn schließlich aus Innsbruck, und Canisius übersiedelt nach Fribourg in der Schweiz (1580), wo er siebzehn Jahre später, am 21. Dezember 1597, sterben wird.

Seine Bedeutung

1864 selig gesprochen, wurde Canisius 1925 als Kirchenlehrer unter die Heiligen erhoben. Bleibende Bedeutung gewann er durch die Organisation des Einsatzes seines Ordens in der beginnenden Gegenreformation. Seiner Aktivität ist es zu danken, wenn Österreich und große Teile Süd- und Westdeutschlands sich Luthers Reformation nicht anschlossen bzw. wieder für die katholische Kirche zurückgewonnen werden konnten. Als Seelsorger auf der Kanzel und im Beichtstuhl, als Schriftsteller und Theologieprofessor, als Diplomat im kirchlichen Dienst, vor allem aber durch sein überzeugtes und überzeugendes Leben als katholischer Christ, Priester und Ordensmann markiert er eine Wende im Leben der deutschen Kirche.
Sein Gedenktag ist der 27. April.

aus: Jesuiten. Mitteilungen der österreichischen Jesuiten 70 (1997) H.1, 4-6.

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