450 Jahre Österreichische Jesuiten
TERMINE

Do, 1. Jänner 1970, 01.00 Uhr
Australischer Jesuit betreut Studienprogramm für Flüchtlinge
Die Einrichtung eines Computerlabors mit den neuesten Geräten mitten in der Wüste, hunderte Kilometer entfernt von allem war keine leichte Aufgabe, wie der australische Jesuit Chris Jenkins SJ nur zu gut weiß. P. Jenkins betreut ein Fernlern-Pilotprogramm für Flüchtlinge im Lager Kakuma im Nordwesten Kenias, wo er schon seit Mai 2010 arbeitet und wo auch die österreichische Jesuitenmission immer wieder einzelne Projekte betreut.
Kardinal König Haus, 1130 Wien

GEBET & GOTTESDIENST
Zum täglichen Online-Gebet

24. Mai 2013

Gottesdienst:
Hauskapelle, John Ogilvie-Haus, 19:20 , Eucharistiefeier - Zelebrant: P. Thomas Neulinger SJ

26. Mai 2013

Gottesdienst:
Wien, Jesuitenkirche, 10:30 , Joseph Haydn - Kleine Orgelsolomesse

Gottesdienst:
Innsbruck, Jesuitenkirche, 11:00 , Werke von G. P. da Palestrina, J. H. Schein und H. Schütz - Vokalensemble an der Jesuitenkirche

<zur Übersichtsseite>
GEBETSANLIEGEN DES PAPSTES

Gebetsmeinungen des Papstes für Mai

1. Für die Anwälte der Gerechtigkeit: dass sie ihr Amt unbescholten und gewissenhaft ausüben. Der... <mehr>
BEVORSTEHENDE GEDENKTAGE

Australischer Jesuit betreut Studienprogramm für Flüchtlinge

Flüchtlingslager Kakuma

Die Einrichtung eines Computerlabors mit den neuesten Geräten mitten in der Wüste, hunderte Kilometer entfernt von allem war keine leichte Aufgabe, wie der australische Jesuit Chris Jenkins SJ nur zu gut weiß. P. Jenkins betreut ein Fernlern-Pilotprogramm für Flüchtlinge im Flüchtlingslager Kakuma im Nordwesten Kenias, wo er schon seit Mai 2010 arbeitet und wo auch die österreichische Jesuitenmission immer wieder einzelne Projekte betreut.

Diese Initiative unter der Bezeichnung  JCHEM „Jesuit Commons: Higher Education at the Margins“ (Jesuit Commons: Höhere Bildung an den Rändern) ist eine Partnerschaft zwischen dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst und Jesuit Commons, einem Netz von Jesuitenkollegien in den USA. Sie ist die Antwort auf den Aufruf von P. Peter-Hans Kolvenbach SJ, die Ressource Ausbildung dadurch mit den Ärmsten zu teilen, dass Flüchtlingen über das Internet und mithilfe lokaler Programme mit Lehrern, Betreuern und Begleitern höhere und akademische Bildung angeboten wird.

„Unsere ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass die Flexibilität, die das Lernen mit dem Internet bietet, besonders bei der Arbeit mit Flüchtlingen hilfreich ist“, sagt P. Jenkins.

„Es versteht sich von selbst, dass die Einrichtung eines Computerlabors mit den neuesten Geräten mitten in der Wüste, hunderte Kilometer entfernt von allem vielen Menschen beträchtliche Anstrengungen abverlangt hat.  Gebäude, Strom, Internetverbindung, Server, Router, Laptops – alles musste herbeigeschafft und in einem sehr unruhigen und feindlichen Umfeld bereitgestellt werden. Staub, Hitze und Lernbedingungen werden es unseren Studierenden und auch den Geräten weiterhin schwer machen, aber wie die meisten Flüchtlinge sind sie in Bildungsangelegenheiten motiviert – für sie ist das der Schlüssel zu einer neuen Zukunft, ein Grund zu hoffen.“

P. Jenkins erzählt, dass die Studierenden nicht nur auf der Grundlage ihrer akademischen Eignung ausgewählt wurden, sondern auch im Hinblick auf ihr ständiges Engagement im Leben des Lagers.

„Ein Leitprinzip der jesuitischen Ausbildung allgemein und der Initiative JCHEM im Besonderen ist es, dass diejenigen, die in den Vorteil einer Ausbildung kommen, die Verpflichtung haben, diese für den größeren Nutzen ihrer Gemeinschaften einzusetzen. Einige der Studierenden sind Berater oder Lehrer, manche arbeiten im Gesundheitsdienst. Die meisten sind Teilzeitbeschäftigte bei einer der im Lager tätigen NGOs, und die Fertigkeiten, die sie im Rahmen von JCHEM lernen, tragen zum Wohl des Lagers bei. Auch ihre Computer- und Sprachkenntnisse werden verbessert, was ihre Chancen auf eine Ansiedlung außerhalb des Lagers steigert.“

Obzwar das Programm nicht vorrangig darauf abzielt, die Chancen einer Umsiedlung der Studierenden zu verbessern, helfen ein Diplom in Geisteswissenschaften und ein Zeugnis über ein solides Engagement in der Gemeinschaft den Absolvent/innen, sobald sie sich um den Flüchtlingsstatus in Ländern bemühen, die noch Flüchtlinge aus Kakuma aufnehmen.

„Viele der Studierenden hoffen, sich in Australien ansiedeln zu können, wo sie bereits Freunde und Verwandte aus dem Lager haben“, sagt P. Jenkins.  „Dort hoffen die meisten ihre akademische Ausbildung fortsetzen und weiterhin zum Leben ihrer Gemeinschaft und des Landes beitragen zu können.“

Christine Mwaniki, die Direktorin des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Kenia, erzählt, dass zwar die meisten Flüchtlinge Zugang zur Grundschule und viele auch zum Sekundarschulwesen haben, dass es aber auch eine starke Nachfrage nach akademischer Ausbildung gibt.

„Das neue Programm bindet die Flüchtlinge in eine größere akademische Gemeinschaft ein, beschäftigt ihren Geist und stattet sie mit Fähigkeiten aus, die sie anwenden können, um das Leben jener zu verbessern, die in ihrem Umfeld leben“, meint sie.

„Wir wollen Frauen und Männer für andere ausbilden. Das bedeutet, dass die Studierenden dabei helfen, Lösungen für bestimmte Herausforderungen im Lager zu finden, und dass sie anderen mit den von ihnen erworbenen Fähigkeiten helfen. Schließlich wird die Ausbildung, die sie erhalten, die gesamte Flüchtlingsgemeinschaft stärken und sie weniger abhängig machen.“

Das Diplom in „Liberal Studies“ ist ein Dreijahresprogramm, das sich auf Gebiete wie Geisteswissenschaften, Führungsfähigkeiten, Betriebswirtschaft und Kommunikation konzentriert. Die Regis Universität in Colorado bietet eine Anerkennung der Studien an und verleiht die entsprechenden akademischen Grade. Studierende, die entweder in einem Drittland neu angesiedelt werden oder aus anderen Gründen nicht den ganzen Kurs zu Ende führen können, erhalten nach jedem Studienjahr ein Zeugnis, das es ihnen ermöglicht, ihre Studien in einer anderen akademischen Institution weiterzuführen.

Bol, ein Flüchtling aus dem Sudan, der vor neun Jahren nach Kakuma gekommen ist und sich für das Studium angemeldet hat, meint: „Das ist das einzige derartige Programm hier, und ich bin glücklich, daran teilnehmen zu können. Ein Leben im Flüchtlingslager ist sehr schwierig, wenn man keinen Zugang zu einer weiteren Ausbildung hat. Jetzt, da ich studiere, weiß ich, dass ich in Zukunft für meine Gemeinschaft von Nutzen sein werde.“

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug in den frühen 1990er Jahren neun Jahre, jetzt ist sie auf 20 Jahre gestiegen. Das Flüchtlingslager Kakuma wurde 1992 eröffnet und beherbergt heute etwas mehr als 80.000 Flüchtlinge.