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Do, 1. Jänner 1970, 01.00 Uhr
Jesuiten bemühen sich um Erziehung und Ausbildung in Afghanistan
Afghanistan leidet weiter täglich unter den Folgen des Krieges. Der Wiederaufbau des Landes erfordert die Verbreitung von Wissen und Bildung. Die Verbesserung des Lebensstandards ist nicht nur mithilfe wirtschaftlicher Unterstützung zu erreichen, sondern hängt auch von Erziehung und Gesundheitswesen ab.

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12. September 2010

Gottesdienst:
Wien, Jesuitenkirche, 10:30 , Joseph Haydn - Mariazellermesse Chorvereinigung St. Augustin

19. September 2010

Gottesdienst:
Wien, Jesuitenkirche, 10:30 , Franz Schubert - Große Messe in B-Dur Chorvereinigung St. Augustin

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GEBETSANLIEGEN DES PAPSTES

Gebetsmeinungen des Papstes für September

1. Für die Menschen in unterentwickelten Ländern: Die Verkündigung des Evangeliums befähige sie zu... <mehr>
BEVORSTEHENDE GEDENKTAGE

Jesuiten bemühen sich um Erziehung und Ausbildung in Afghanistan

Kleiderbasar in Herat

Afghanistan leidet weiter täglich unter den Folgen des Krieges. Der Wiederaufbau des Landes erfordert die Verbreitung von Wissen und Bildung. Die Verbesserung des Lebensstandards ist nicht nur mithilfe wirtschaftlicher Unterstützung zu erreichen, sondern hängt auch von Erziehung und Gesundheitswesen ab. An dieser Aufgabe beteiligt sich eine Gruppe von fünf aus Indien gekommenen Jesuiten. In Zusammenarbeit mit dem afghanischen Zweig des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS wirken sie in der Provinz Herat im Osten des Landes, in der Nähe der Grenzen zum Iran und zu Turkmenistan. Dieses Projekt ist schon im Mai 2002 in Angriff genommen worden, musste dann aber auf Grund der herrschenden Unsicherheit und politischen Instabilität unterbrochen werden. Jetzt wurde es wieder aufgenommen, und die Anforderungen sind dieselben geblieben.
Im Dienst der Ausbildung
Natürlich veranlassen die immer häufigeren Angriffe die Geschäftsleute und auch die NGOs, sich aus dem Land zurückzuziehen, aber die Jesuiten verweisen auf die immer drängendere Notwendigkeit ihrer Anwesenheit in Afghanistan. Sie haben den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die Ausbildung gelegt und bringen sich in das höhere Schulwesen und die Universität ein. Ihr erstes Betätigungsfeld war die Universität in Herat. Diese verfügt nur über einen Lehrkörper von 151 Personen, die mehr schlecht als recht versuchen, Vorlesungen für 4.000 Studenten in mehr als 11 verschiedenen Studienfächern zu gewährleisten. Im September 2006 begannen die Patres Kumar (englische Literatur und Linguistik), Fernandes (Biologie und Englisch) und Sequeira (Informatik und Englisch) mit Vorlesungen.
Nachdem der Studienbetrieb danach ein Jahr lang unterbrochen war, konnte die Universität von Herat dank der Hartnäckigkeit der indischen Jesuiten erneut im Wintersemester (das von September bis Dezember dauert) einen Neuzugang von mehr als 800 Studenten – davon die Hälfte junge Mädchen – verzeichnen. Neben dem normalen Studienbetrieb mit Vorlesungen hat P. Jérôme Sequeira SJ spezielle Seminare organisiert, um die Studenten in Informatik auf den letzten Stand zu bringen. Der Ausdauer der Professoren entsprach der Erfolg bei den Studenten. Nach Einzelunterricht und Gruppenstunden konnten sich die Studenten sowohl schriftlich als auch mündlich besser ausdrücken.
Programm für die Unterrichtenden
Eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen setzt auch Arbeit mit dem Lehrkörper voraus. Für diesen gab es Fachtraining während der Winterferien. Dadurch, dass die Jesuiten den Professoren halfen, ihre fachlichen und pädagogischen Fertigkeiten zu verbessern und auf ihr persönliches Wissen und ihre Kreativität zurückzugreifen, haben sie ihnen ermöglicht, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Der Erfolg dieses Programms hat dazu geführt, dass die Professoren um eine monatliche Auffrischung für diejenigen baten, die in Herat selbst und in der Umgebung unterrichten. Obzwar diese Ausbildung an sich schon ein grundlegendes Element für einen Neustart des Erziehungssystems von Herat ist, sind die Jesuiten der Ansicht, dass diese Arbeit zu einem dauerhaften Programm werden müsse. So etwa könnten Fortgeschrittenenkurse in Englisch den Aufbau eines zukünftigen Lehrkörpers für die Universität ermöglichen.
Technische und fachliche Ausbildung
Gleichzeitig hat der JRS Initiativen zur Verbesserung der Infrastruktur der höheren technischen Schule in Herat unterstützt. Aufgrund von Platzmangel ist die Schule in ein größeres Gelände übersiedelt, wo es möglich war, ein bestehendes Gebäude zu renovieren und dazu ein neues zu bauen. Auch ein geräumiges Labor wurde eingerichtet, wo die Schüler Unterricht in Elektronik, Elektrizität und Architektur haben. Wie auch auf der Universität ist der Anteil der Mädchen am Unterricht recht hoch: 30% besuchen diese Schule – ein Grund mehr für die Jesuiten, das Projekt zu unterstützen.
Langfristige Zusammenarbeit
Im Rahmen eines Programms zur Zusammenarbeit wurden der Krankenhausarzt Dr. Ghulam Hazrat und der Direktor der technischen Schule Karimi nach Indien eingeladen. Dort konnte Dr. Hazrat im Krankenhaus von Sahyadri praktisch in mehreren Operationsmethoden ausgebildet werden. Dr. Charudatt Apte, der Leiter dieses Krankenhauses lud sogar ein Team junger Ärzte aus Herat ein, zu kommen und einem Kurs in Operationstechnik zu folgen.
Projekte für nächstes Jahr
Aufgrund des Erfolgs all dieser Aktionen in Herat haben die Jesuiten ihre Tätigkeit auf andere Orte ausgedehnt, so etwa auf die Universität Bamiyan mit ihren Fakultäten für Landwirtschaft und Erziehungswesen. Der Erfolg des für den Lehrkörper bestimmten Programms hat nicht nur zu einem monatlichen Auffrischungskurs geführt, sondern auch zur Übersetzung der verwendeten Unterlagen in die Sprache Dari, damit auch die Lehrpersonen aus den ländlichen Gebieten sie leichter nutzen können. Im April sind zu den 5 indischen Jesuiten in Herat noch 3 Schwestern aus der Congregatio Jesu hinzugekommen. Sie arbeiten in der Entbindungsstation und unterrichten an der Schwesternschule, damit auch die Frauen und Kinder aus den umliegenden Dörfern eine medizinische Versorgung erhalten können.
Recht auf eine bessere Zukunft
Die Ausbildung der Jugend ist einer der sichersten Wege, um Entwicklung möglich zu machen – vor allem in Afghanistan, wo die Bevölkerung jahrzehntelang an den Wunden litt, die ständige innere und internationale Konflikte ihnen zugefügt hatten. Die Aufgabe, die sich die Jesuiten mit ihrem Engagement gestellt haben, ist es, günstige Bedingungen für die Achtung der Menschen- und Freiheitsrechte im Licht der christlichen Botschaft zu schaffen.
(Gekürzter Bericht aus der Zeitschrift ceras projet, Juni 2010, www.ceras-projet.org)