Home
TERMINE

Do, 1. Jänner 1970, 01.00 Uhr
Kultur und Bildungsreise nach Westindien
Anfang Februar machte sich P. Andreas Schermann SJ mit Freunden aus der „ignatianischen Großfamilie“ auf den Weg nach Westindien, um auf den Spuren der Jesuitenmissionare nicht nur kulturelle Highlights, sondern auch jesuitische Einrichtungen und Projekte zu besuchen. Eine persönliche Begegnung mit Land und Leuten.

GEBET & GOTTESDIENST
Zum täglichen Online-Gebet

2. Juni 2017

Gottesdienst:
Hauskapelle, John Ogilvie-Haus, 07:15 , Messe - Zelebrant: P. Albert Holzknecht SJ

4. Juni 2017

Gottesdienst:
Linz, Ignatiuskirche - Alter Dom, 10:30 , Joseph Haydn: Missa brevis Sancti Johannis de Deo - „Kleine Orgelsolomesse“ VHS - Singkreis Freistadt u.a.

Gottesdienst:
Wien, Jesuitenkirche, 10:30 , W. A. Mozart - Missa brevis in B, KV 275 Chorvereinigung St. Augustin

<zur Übersichtsseite>
GEBETSANLIEGEN DES PAPSTES

Gebetsmeinungen des Papstes für Mai

Für die Christen in Afrika:Dass sie nach dem Beispiel des barmherzigen Jesus ein prophetisches... <mehr>
BEVORSTEHENDE GEDENKTAGE

Kultur und Bildungsreise nach Westindien

Grabstätte von Franz Xaver © Ute Pichler

Hauskapelle in Pune © Ute Pichler

Moschea di Haji Ali in Mumbai © Ute Pichler

Teilnehmer der Reise: P. Andreas Schermann SJ, Ilse Glosauer, Brigitte Holmes-Edinger, Ute Pichler, Renate Pistrich, Katja Vlcek, Monika Wageneder, Günter Klingenbrunner, P. Hans Mader SJ © Ute Pichler

Indien (1,2 Milliarden Einwohner) ist bunt, laut, voller Menschen und Gerüche, es ist ein Land der Gegensätze von extremer Armut und extremen Reichtum, der kulturellen und religiösen Vielfalt und dennoch in der Lage, diese Unterschiede fruchtbar zu verbinden. In Zeiten, wo religiöse Verschiedenheiten vielfach als Bedrohung der eigenen Identität gesehen werden, kann die Lebenspraxis in dieser größten Demokratie der Erde Hoffnung geben, denn hier werden unterschiedliche Bekenntnisse als Bereicherung gesehen. Es gibt wenig Berührungsängste, heilige Orte einer anderen Religion zu besuchen.

Die Schlagzeilen, die dieses Land in den letzten Jahren geliefert hat, insbesondere was die Stellung der Frauen betrifft, stimmten nicht gerade zuversichtlich, dementsprechend unterschiedlich waren auch unsere Erwartungen vor dieser Reise.

Ausgangspunkt war die Millionenstadt Mumbai (12 Mill Einwohner), lebendiges und hektisches Zentrum Westindiens, eine Stadt, die augenscheinlich niemals zur Ruhe kommt. Tag und Nacht rollt der Verkehr, eine Straßenüberquerung wird zur Mutprobe für ordnungsgewohnte Europäer. Tagsüber ist die Sonne durch Smog und Dunst getrübt, nachts schlafen Händler neben ihrer Ware auf der Straße.

Wir besichtigten neu errichtete sowie alte, aus dem Stein herausgehauene Tempelanlagen (Elephanta), eine Moschee (Moschea di Haji Ali) sowie das Prince Of Wales Museum, so wie es viele Indientouristen tun. Doch im Xavier Institute of Engeneering erlangten wir einen ersten Eindruck von der hervorragenden Qualität der jesuitischen Bildungseinrichtungen. Beinahe die Hälfte der Absolventen nimmt einen gut bezahlten Job im Ausland, besonders in den USA, an. Das St. Xavier´s College bietet neben einer guten Ausbildung insbesondere Unterstützung für Studenten mit Sehbehinderung, oder wie dort gesagt wird, den „visually challenged students“.

Weiter führte die Reise nach Pune. Am Papal Seminary und der Theologisch-Philosophischen Fakultät der Jesuiten, dem größten theologischen Zentrum Indiens, studieren etwa 1.000 Studenten, vor allem Priesteramtsanwärter und Ordensschwestern. Laientheologen sind in Indien so gut wie unbekannt, es gäbe keine Berufsaussichten für sie. Die Hauskapelle ist ein gelungenes Beispiel für Inkulturation.

Tags darauf besuchten wir ein Wiederaufforstungs- und Wasserrückhalteprogramm in einem unterprivilegierten Dorf. Wie uns mit einfachen Worten erklärt wurde, ernten die Dorfbewohner Regenwasser, um das ganze Jahr über Landwirtschaft betreiben zu können. Dieses Projekt wurde gut vorbereitet, die betroffenen Menschen von Anfang an als aktive Teilnehmer integriert. Dementsprechend hat dieses Projekt die Menschen in ihrem Selbstwert bestärkt, und sie nicht durch ein von außen aufgedrängtes Hilfsprojekt zu Bittstellern degradiert.

Immer wieder konnten wir mit den einheimischen Jesuiten ins Gespräch kommen und so von den Hoffnungen und Sorgen erfahren und einen Eindruck davon gewinnen, was es heißt, als Mitglied der christlichen Minderheit in einem Vielvölkerstaat mit hunderten verschiedenen Sprachen zu leben. Berührend war auch die Begegnung mit P. Matthias Altrichter SJ, der schon seit mehr als 50 Jahren als Missionar in Indien lebt und aus seinem Leben erzählte.

Die letzte Station der Reise war Goa, ein Ort, der untrennbar mit dem großen Jesuitenmissionar Franz Xaver verbunden ist. Als einem Höhepunkt der Reise konnten wir am Grab des Heiligen in Bom Jesu einen Gottesdienst feiern. Die Altstadt und ihre Architektur ist geprägt von den Jahrhunderten portugiesischer Herrschaft.

Andere verbinden mit Goa vor allem „party place“, wovon auch das Exerzitienhaus der Jesuiten berichten kann. Vor Jahren an einem ruhigen und schönen Strand errichtet, kommen nun die Partymeilen immer näher, sodass die Vorderfront des Hauses konsequent beschallt wird, während man im hinteren Teil des Hauses noch immer das Meer, den Wind und die Wellen bewundern kann.

Außerhalb von Goa besuchten wie weitere Projekte der Jesuiten, beeindruckend waren für uns die Frauengruppen, welche sich in kleinen Dörfern gebildet hatten, und die den Frauen zu Selbstbewusstsein, Bildung und wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen durch gegenseitige Unterstützung und Hilfe. Wir lernten, wie relativ einfach es ist, Biogas zu gewinnen, der Dung von 2 Kühen und die Familientoilette reichen aus, damit gekocht werden kann und kein Feuerholz mehr benötigt wird. Die Kompostierungsarbeit wird von Regenwürmern erledigt und macht teure, europäische Maschinen überflüssig.

Es blieb uns wenig Zeit, in der arabischen See zu baden oder in der Sonne zu liegen, doch die gewonnenen Eindrücke machten diesen Mangel mehr als wett. Natürlich gibt es in Indien weiter genügend Armut, Unterdrückung – besonders von Frauen – und Ungerechtigkeit. Doch wir haben viele Orte der Hoffnung gesehen, und so macht es Freude, zu dieser großen Familie zu gehören.

Renate Pistrich

http://www.jesuitsmumbai.in/
http://punejesuits.net/