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Do, 1. Jänner 1970, 01.00 Uhr
Erfahrungsaustausch der Provinzökonomen
Im Frühjahr 2017 besuchten Provinzökonom P. Alois Riedlsperger SJ sowie Geschäftsführer MMag. Martin Tanzer das Provinzialat in Litauen. Ziel war ein anregender Austausch über die Verwaltungsstrukturen, Gelungenes und Herausforderungen vor dem Hintergrund der anstehenden Restrukturierung zur gemeinsamen neuen Provinz.

GEBET & GOTTESDIENST
Zum täglichen Online-Gebet

30. Juni 2017

Gottesdienst:
Hauskapelle, John Ogilvie-Haus, 07:15 , Messe - Zelebrant: P. Martin Rauch SJ

5. Juli 2017

Gottesdienst:
Wien, Jesuitenkirche, 18:30 , Abend mit Gott - Messe mit Anbetung Jesuiten der Kommunität Wien 1

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GEBETSANLIEGEN DES PAPSTES

Gebetsmeinungen des Papstes für Juni

Für die Lenker der Staaten:Dass sie sich fest verpflichten, jeglichen Waffenhandel zu unterbinden,... <mehr>
BEVORSTEHENDE GEDENKTAGE

Erfahrungsaustausch der Provinzökonomen

Kasimir-Kirche, eine der bedeutendsten Kirchen der Stadt Vilnius

Über Warschau ging es per Flugzeug ins winterliche Vilnius, der Hauptstadt des südlichsten baltischen Staates mit insgesamt 2,9 Millionen Einwohnern. Früher dem Kommunismus unterworfen, seit 1990 wieder ein souveräner Staat, trat Litauen 2004 der EU bei und führte 2015 den Euro ein. Ein Land also, welches mit Veränderungen bereits große Erfahrungen gemacht hat. Diese gingen auch an der Geschichte der litauischen Jesuitenprovinz nicht spurlos vorüber. Mit etwa 35 Mitbrüdern ist sie die derzeit kleinste der fünf künftig zusammengelegten Provinzen und hat ein interessantes Detail: eine Niederlassung in den USA. Diese stammt aus Zeiten des Kommunismus und diente als Exil. Eine Provinz innerhalb einer anderen Provinz. Heute wird diese Außenstelle Litauens noch von einem Mitbruder betreut, doch es zeigt bereits: geographische Grenzen dienen der Verwaltung, die apostolischen Aufgaben lassen sich dadurch nicht bändigen!

Die Geschichte Litauens mag auch der Grund dafür sein, dass die Mitbrüder bereits sehr freudig der Neustrukturierung unserer Provinzen entgegen sehen. Entgegen der nationalistischen Tendenzen in vielen europäischen Ländern (und in Amerika), hat Litauen die Vorteile einer Zusammenarbeit innerhalb der globalisierten Welt nicht vergessen. Und es sieht Europa mehr als eine pure Wirtschaftsunion – als Friedensprojekt zur Sicherung von Freiheit und Frieden in Solidarität.

So überrascht es wenig, dass P. Artūras Sederevičius SJ, vor Kurzem zum Provinzökonomen ernannt und Direktor des Jesuitengymnasiums in Vilnius, mehr als nur auf die ökonomischen Aspekte pocht. Schnell wird klar: trotz unterschiedlicher Rechtsformen, Sprachen und Strukturen – vieles läuft in beiden Provinzen ähnlich. Verrechnungen zwischen den Häusern, die Bilanzierung für das Generalat in Rom oder die Umstellung auf moderne Buchhaltungssysteme. Ähnlich auch die Herausforderungen – manchmal nur etwas zeitverzögert: der steigende Altersdurchschnitt, die Suche nach neuen Fundationen für die Bewältigung der laufenden Kosten oder die Frage nach neuen, einfacheren Strukturen (beispielsweise bei der Ablage).

Einiges konnten wir von der Provinzverwaltung in Litauen lernen: weniger ist manchmal mehr, oder treffender für Jesuiten ausgedrückt: nüchterner ist manchmal mehr. Es geht ohne viele Kennzahlen ohne komplizierte Verrechnungssysteme – immerhin ist die Zahl an Mitbrüdern in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Eine konkrete Idee: die Angleichung der internen Verrechnungssysteme auf einen einzigen Prozentsatz. Das vereinfacht, spart Zeit und Mühe, ist transparent. Oder nüchtern gedacht.

Im Gespräch mit Socius P. Antanas Saulaitis SJ, welcher uns die Einrichtungen im und um das Provinzialat zeigte, wurde das größere Ziel der künftigen engen Zusammenarbeit deutlich. Beim Besuch der Kirchen hörten wir: diese war vor nicht allzu langer Zeit ein Museum für Atheismus, eine andere Kornspeicher und Werkstatt für einen landwirtschaftlichen Betrieb. Obwohl im Untergrund, arbeiteten Jesuiten daran, diese Welt besser zu machen. Einfach – oder nüchtern gedacht.

Die Welt besser zu machen – und das zur größeren Ehre Gottes. Das ist das Ziel der künftigen engen Zusammenarbeit. Strukturen einfacher zu gestalten, Fachkompetenz zu bündeln, Personalressourcen optimal einzusetzen. All diese Maßnahmen dienen dazu, unsere apostolischen Aufgaben auch künftig gut wahrnehmen zu können, die apostolische Landkarte der Zukunft optimal zu gestalten.

Dieser Meinung ist auch P. Vidmantas Šimkūnas SJ, Provinzial der Provinz in Litauen, den wir in Vilnius zum Gespräch treffen konnten. Die neue Provinz ist eine Chance: unsere Kräfte zu bündeln und ein Stück Einheit in der globalen Vielfalt zu schaffen.

Nach zwei Tagen und mit Köpfen voller Eindrücke und Ideen kehrten wir nach Wien zurück. Ein herzliches Dankeschön für die große Gastfreundschaft, die Offenheit der Gespräche und den anregenden Austausch. In solchen Gesprächen wird spürbar und konkret: auch wenn die Zukunft manchmal vage erscheint, sie wird gut und wir wirken mit.

 

P. Alois Riedlsperger SJ
MMag. Martin Tanzer